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Adventskonzert

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Der HZ vom 03.12.2010 entnehmen wir den folgenden Artikel:


Unterhaltsames Doppelkonzert

OGGENHAUSEN: Seit 45 Jahren sind die Musikvereine “Frohsinn” Oggenhausen und “Harmonie” aus Sontheim/Brenz freundschaftlich verbunden. Im Frühjahr wurde ein prächtiges Doppelkonzert in Sontheim veranstaltet. Am ersten Advent war der Gegenbesuch aus Sontheim in Oggenhausen.

KLAUS-DIETER KIRSCHNER

Die Turn- und Festhalle war am späten Sonntagnachmittag nicht ausverkauft, was wohl an anderen Konzerten in der Kreisstadt gelegen haben dürfte. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Jürgen Stupka, Vorsitzender des Musikvereins “Frohsinn”, versprach den knapp 400 Besuchern ein unterhaltsames wie klangfrohes Doppelkonzert mit Blasmusik auf höchstem Niveau. Es war kein leeres Versprechen. Auch wenn man sich aus der Sicht der Musiker sehr viel mehr Beifall gewünscht hätte. So blieb es am Ende auch nur bei einer Zugabe, die wiederum dem Publikum aber doch sehr gefiel: White Christmas”.
  Dass beide Musikvereine miteinander gut können, ist das bleibende Verdienst des Ehrendirigenten des Kreisverbandes Heidenheim im Blasmusikverband Baden Württemberg, Martin Barthelmeß. Vor Jahrzehnten war er der Dirigent beider Kapellen. Gemeinsam war man in Wien und musizierte dort auch.
  Mit dem Traditionsmarsch “Hoch Heidecksburg”, komponiert von Rudolf Herzer, eröffneten beide Blaskapellen gemeinsam dieses Konzert unter Dirigent Harald Wöhrle (Sontheim). Die Zuhörer erfreuten sich am satten Klang der Register und an denen, die an den Trommeln und Pauken sich bemerkbar machten.
  Dass die Oggenhausener Bayernland-Kapelle gern volkstümlich spielt, wurde bei Alexander Flugers “Stephans-Polka” eindrücklich. In Doris Burr (Oggenhausen) und Wolfgang Plodek (Sontheim) hatten beide Kapellen Moderatoren aufgeboten, die eindrücklich das vorstellten, was jeweils im Anschluss erklingen sollte. Jimmy Webbs “MacArthur-Park” entführte nach Los Angeles. Die Sontheimer Musiker präsentierten sich in Spiellaune und stellten auf ihre Weise einen offenbar höchst attraktiven Park in einem ehemaligen Sumpfgelände vor.
  Blitz und Donner und stürmische Turbulenzen zeichnen das Tongemälde “Flashing winds” aus, das Jan van der Roost komponiert hat und der Musikverein “Frohsinn” in selten erlebtem Tempo und faszinierender Präzision aufführte. Heftige Trommelwirbel lösten sich mit zarten Triangelklängen ab. Das war mit Sicherheit einer der Höhepunkte am ersten Advent.
  Der zweite folgte unmittelbar, als die 42 Sontheimer grüne Katzenaugen bei einem großen  Medley von Andrew Lloyd Webber funkeln ließen. Die Melodien von “Cats” gingen unter die Haut und wurden mit viel Beifall belohnt. David Shaffers “Cantus Jubilante” hatten die 32 Oggenhauser als letztes Stück vor der Pause auf den Pulten vor sich. Die Musiker lösten die teils sehr anspruchsvollen wie temporeichen Läufe mit Bravour. Ein recht modern anmutendes Stück ist es auf jeden Fall, das aber zu wenig “Jubel-Lied” ist.
  Franz Posch, der als Vierjähriger schon auf einer Steirischen Harmonika spielte, gilt als der Komponist für gute Blasmusik in Tirol. Von ihm spielte der Musikverein Sontheim den “”Aeronauten-Marsch” auf. Es war eine starke Aufführung und im wahrsten Sinne des Wortes keine Luftnummer. In beiden Kapellen war am Sonntag übrigens Achim Lagerpusch zu erleben: ein Virtuose auf dem Saxophon, in Hamburg zu Hause, weil er dort seinem Beruf als Chefpilot bei der Lufthansa nachgeht. Ihn zieht es immer wieder zurück, wenn der Musikverein “Frohsinn” Auftritte hat.
  Nützen die Menschen wirklich alle Gaben, die sie einst mitgekommen haben? Fragte Doris Burr in die Runde und stellte “Where Eagles Soar” von Steven Reineke vor. Die Musiker aus Oggenhausen ließen den Adler, dessen Freiheit wie der Aktionsradius wohl grenzenlos ist, über ihrem Dorf kreisen.
  Im mitreisenden Sound eines grüßen Tanzorchesters erlebten die Zuhörer die Musiker aus Sontheim bei “Satchmo – a Tribute to Louis Armstrong”. Spätestens hier staunten alle, wozu Musikkapellen in unseren Tagen fähig sind. Danach ließen die 32 Oggenhausener von Jay Chattanway das “Spanische Fieber” ausbrechen und lieferten noch einmal den Beweis für große Spielfreude. Der Einladung zum Tanzen folgte leider keiner, als mit prächtigem Klang die Sontheimer “Latin Favourites” zum Klingen brachten und Erinnerungen an schöne Tanzstunden vor dem geistigen Auge vorüberzogen.
  Den Schlusspunkt unter Dirigent Günther Winkler (Oggenhausen) setzten beide Orchester, als sie Georg Meißners Marsch “Zum Städtel hinaus” exakt zu Gehör brachten.